R.J. Kirsch PHANTOM

Malerei, Fotogramme, Blaupausen, Audios

05. 04. – 04. 05. 2013

 Rolf Kirschs künstlerische Auseinandersetzung versteht sich als ein permanenter Aneignungsprozess vorgefundener Bildwelten. Aus den Fragmenten medialer Bilderströme entsteht ein eigener künstlerischer Kosmos aus wissenschaftlichen und technischen Abbildungen, Satellitenbildern, Phantomzeichnungen und Audiostücken.

Er spricht vom Erscheinen und Verschwinden, die für ihn die Eckmomente einer fortlaufenden technischen Entwicklung sind und die gesellschaftlichen Gestaltungs- und Austauschprozesse zunehmend in eine Unsichtbarkeit verlegt. Diese „Verdunkelung“, wie er es nennt, bringt jene Phantome hervor, die für ihn zum Ausgangspunkt seiner Arbeit werden.

 In „Rhythmus der Statistik“ zum Beispiel, eine Serie mit Unfallszenen von Flugzeugen,

Schiffen oder Eisenbahnen, an der Kirsch seit 2002 arbeitet, erfasst die Inszenierung technischen Scheiterns den flüchtigen Gegenstand. In der Deformation der verunglückten Vehikel werden Kräfte sichtbar, deren risikobehaftete Beherrschung schon längst zu einem Glücksspiel geworden sind.

 Eine weitere Arbeit bringt Kirschs multimediale Auseinandersetzung auf den Punkt. Im Gewölbekeller des Kunstvereins präsentiert er mit der Arbeit „ECHO“ Bildbeschreibungen, bei deren Erstellung Kirsch nach eigener Aussage ähnlich vorgeht wie bei der Anfertigung einer Zeichnung. Das Ergebnis sind Texte, die anstelle des Bildes von einer Stimme in den Raum projiziert werden.

 Rolf J. Kirsch